Visagistin & Friseurmeisterin    

Heute 01.05.2020,
Liebe Twentysomethings, laut den ganzen Frauenmagazinen müsste ich mich jetzt mit meinem 30. Geburtstag nur noch unter der Bettdecke verstecken. Weder verheiratet, noch mit Kinder, bin ich immer noch ziemlich entspannt. Und das obwohl ich gestern 30 geworden bin. Denn ganz ehrlich: Ich finde das ziemlich gut. Klar, es gibt schönere Zahlen als 30. Ich mag die 28. Aber so grundsätzlich fühle ich mich sehr wohl. Weder alt, noch superjung, gleichzeitig mit so viel mehr Wissen und Erfahrungen ausgestattet, als noch mit 18. Im Leben wird man zwei Mal erwachsen – zum 18. und 30. Geburtstag.

In der aktuellen, außergewöhnlichen Corona-Situation habe ich wieder viel Zeit zum reflektieren gehabt und einen tollen 30. Geburtstag genossen. Einen entspannten Schlemmertag mit meinen Liebsten.

Ab wann ist man eigentlich alt?

Wir wollen älter werden und lange leben, aber alt werden wollen wir nicht.

„Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft.“

John Knittel

Man ist so alt, wie man sich fühlt, heißt es schönfärberisch. Nein, man ist so alt, wie man alt ist. Aber das heißt nicht, dass man sich schlecht fühlen muss! Die beste Zeit ist jetzt!

Das Leben können wir eben immer nur vorwärts leben und rückwärts verstehen. Es zeigt uns nicht direkt das gesamte Bild, dazu müssen wir einen Schritt nach dem anderen machen. Aber im Laufe der Zeit erkennen wir den größeren Ausschnitt des gesamten Puzzles…spannend, nicht wahr?

6 Gründe warum 30 werden ziemlich super ist:

1. Ich weiß, was ich will.

Erinnert ihr euch noch an die Jahre Anfang 20? Als die Meinung der Freundinnen oder Mama superwichtig war. Wie ein Fähnchen im Wind ist man in den Teenie-Jahren, während man sich in den Twens langsam aber sicher festigt. Sich abnabelt von Meinungen, Einflüssen und Idealen und seine eigenen Werte, Grenzen und Vorstellungen steckt. Auch Erfahrungen und Erlebnisse in Beziehungen, Freundschaften sowie im Job prägen einen, sodass sich immer mehr herauskristallisiert, was man will – und was eben nicht. Ich weiß heute genau, was ich will. Sei es im Job oder in der Liebe oder in einfachen Dingen wie Essen, Mode und Freizeit. Ich will einen Job, der mich erfüllt, mir Freiraum lässt und kreativ sein lässt. Menschen, die mir und meinen Liebsten nicht gut tun, lasse ich hinter mir. Das Leben ist zu kurz, um allen zu gefallen.

Ehrlichkeit und Loyalität sind die wichtigsten Werte für mich – genauso wie Vertrauen. In allen Lebensbereichen. Zu wissen, was man will, und das auch zu leben, ist so wundervoll. Und es gibt einem sehr viel Freiheit.

2. Erfahrungen machen uns weiser und stärker

Das Herz gebrochen, enttäuscht von Freunden oder der erste Todesfall: In den Zwanzigern machen wir meist die ersten schmerzhaften Erfahrungen in unserem Leben. Wir lernen damit umzugehen, Kummer und Trauer zu überwinden und viel über uns. Wie konnte diese Beziehung zerbrechen? Was will ich künftig ändern? Wie gehe ich mit Tod und Trauer um? Und was erwarte ich von meinem Leben? Aus jeder schmerzhaften Erfahrung ziehen wir Schlüsse, lernen unfassbar viel über uns und unsere Mitmenschen und gehen gestärkt hervor. Denn: Jede Erfahrung, ob gut oder schlecht, lässt uns wachsen, neu erleben und erkennen: Egal, wie schlecht es einem geht, irgendwann wird es wieder okay. Dieses Wissen gibt einem Stärke und Sicherheit. Und das ist wohl eine der schönsten und wichtigsten Erkenntnisse im Erwachsenwerden.

3. Die Welt steht uns offen

Unsere Generation kann so viel und günstig wie nie reisen. Die Welt steht uns quasi offen. Ende 20 haben die meisten von uns das Studium oder die Ausbildung hinter sich, das erste Geld wird verdient. Und endlich können wir auch reisen, ohne auf jeden Cent zu achten, da man endlich Mal was gespartes hat. Mit den besten Freunden, mit dem Partner – selbst das Verreisen mit den Eltern ist Ende 20 toll. Definitiv etwas, was ich auch nach meinem 30. Geburtstag noch weiter ausbauen will. Denn die Welt will ja entdeckt werden!

4. Von wegen Botox! Wir sind alle schön!

Anfang 20 sind wir meist noch sehr unsicher, was unseren Körper und die eigene Schönheit betrifft. Ständig vergleicht man sich, hechelt Idealen hinterher und verliert sich in Schönheitsidealen. Wir haben Panik vor den ersten Falten und widmen uns an sonnigen Tagen mehr den imaginären Dehnungsstreifen und Dellen, als dem Spaß in der Sonne.
Auch wenn ich nie der Typ war, der sich zu viele Gedanken über sein Aussehen oder das anderer gemacht hat, habe ich mich früher weitaus mehr an Oberflächlichkeiten festgehalten – bei mir und anderen. Heute zählen für mich innere Werte, Tiefe und Intelligenz. Schönheit kommt immer von innen – und jeder ist auf seine Weise schön. Und vor Falten habe ich keine große Angst – hauptsache, sie kommen vom Lachen.

5. Dem eigenen Körper Gutes tun

Infolgedessen habe ich aber auch ein größeres Körperbewusstsein entwickelt. Ich weiß, was mir und meinem Körper gut tut, dass Sport auch meiner Seele hilft und dass bestimmte Lebensmittel nicht sein müssen, damit ich mich wohl fühle. Gleichzeitig steht bei mir die Lebensqualität immer vor den Schönheitsidealen. Für immer auf Kohlenhydrate verzichten, nur um den flachesten Bauch aller Zeiten zu haben? Nö! Sich selbst zu akzeptieren, ist mit frischen 30 jedenfalls sehr viel leichter.

6. Achtsamkeit

Ich achte auf mich. Mehr denn je. Was tut mir gut, was nicht. Fear of missing out – gibt es bei mir nicht mehr. Wenn ich Lust habe, drei Abende hintereinander daheim zu bleiben, tue ich das. Ohne in Panik zu verfallen, dass ich das Beste verpasse. Auszeiten, Entspannung und mir Gutes tun – das sind Sachen, die ich in den letzten Jahren immer öfter gelernt habe. Ich denke viel mehr an mich und mein Wohlbefinden. Das gehört wahrscheinlich auch zum Erwachsenwerden dazu.


Somit freue ich mich auf das nächste Jahr – und was es alles so bringen wird. Denn: A lot can happen in a year! Ich habe ein Unternehmen gegründet, habe einen Traumjob, ich habe den richtigen Partner an meiner Seite, tolle Freunde, und eine grandiose Familie.

Happy Birthday – 30. Geburtstag

Was bleibt, ist die Erkenntnis, die ich vielleicht mit 20 noch nicht so hatte: Wir streben immer nach mehr. Nach Beständigkeit und nach Weiterentwicklung zugleich. Und irgendwie ist dieses Streben, mit ein bisschen mehr Ruhe, doch viel schöner. Denn irgendwie ist es verdammt schön erwachsen zu sein.

„Qualität statt Quantität.“

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1. Mai 2020