Visagistin & Friseurmeisterin    

Weniger Müll, mehr reparieren, weiterverwenden und recyceln sind für mich die Schlüssel für mehr Umweltschutz durch Kreislaufwirtschaft.

Zwei meiner sehr guten Freunde haben mich inspiriert und bewegt diesen Artikel zu schreiben. Sie arbeiten mit Leidenschaft auf dem Wertstoffhof in Moers, kennen ihren Zweck der Existenz und schätzen ein wertvolles, nachhaltiges und bewusstes Leben.

Müll richtig zu entsorgen, ist eine Kunst. Wegen Corona haben viele daheim aufgeräumt – und sich dann im Wertstoffhof geärgert, dass nicht alles kostenlos abgenommen wurde. Viel billiger wird es in Zukunft zwar nicht, aber vielleicht einfacher.

„DIE MÜLLBERGE VON HEUTE WERDEN DIE ROHSTOFFE VON MORGEN SEIN.“

Frank Dommenz

Aufgrund immer knapper werdenden Ressourcen müssen unsere Abfälle=Wertstoffe immer wertvoller und stofflich genutzt werden. Der beste Müll ist ökologisch gesehen natürlich der, der gar nicht erst anfällt und den wir komplett vermeiden können. Aber Abfall hat durchaus auch positive Seiten. Daher spricht die Abfallwirtschaft aus gutem Grund schon lange nicht mehr von Müll, sondern von Wertstoffen. Materialien, die nach Gebrauch wieder eingesammelt und recycelt werden, um daraus Neues herzustellen. Die Verwendung recycelter Rohstoffe schont Ressourcen, mindert den Landverbrauch und hilft klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Doch leider gehen immer noch täglich große Wertstoffmengen mit dem Restabfall verloren. Deshalb ist eine Weiterentwicklung der Sammlung und Recyclingqualität notwendig, damit in Zukunft mehr Stoffe im Kreislauf geführt werden können.

Was dich auf dieser Seite erwartet:

8 Möglichkeiten die jeder von uns umsetzen kann und sollte:

1. Müll richtig trennen

Um den Müll wieder verwerten zu können, sollte der eigene Hausmüll unbedingt sauber nach Kunststoffen, Bioabfall, Papier, Glas und Restmüll getrennt werden.

Hier erfährst du, wie Verpackungen richtig getrennt werden und was unbedingt als Sondermüll entsorgt werden muss.

Was kommt wo rein?

Auf mymüll.de wirst zuverlässig an alle Entsorgungstermine erinnert. Die App ist kostenlos und im handumdrehen eingerichtet: Ort und Straße eingeben, Wertstoffsorte wählen, Erinnerungszeitpunkt festlegen. Fertig.

2. Reduziere deinen generellen Konsum – KAUF NUR, WAS DU WIRKLICH BRAUCHST!

Geh auf Konsumdiät! Versuch mal, 30 Tage lang nichts außer das wirklich dringend Notwendige zu kaufen – frisches Obst und Gemüse, eventuell mal Zahnpasta oder Seife. Wahrscheinlich wirst du überrascht sein, wie lange du von den Sachen zu Hause eigentlich leben kannst. Versuch, nach den 30 Tagen nicht wieder dem gedankenlosen Konsum zu verfallen, sondern dich daran zu erinnern, dass alles, was billig ist auch dementsprechend produziert wurde – auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt.

3. Benutze Jutebeutel

Jutebeutel sind nicht nur für den gesamten Einkauf gut. Damit lässt sich auch beim Bäcker wunderbar einkaufen. Wäschenetze sind super für Obst und Gemüse, aber eigentlich kann man fast alles lose aufs Band legen. Bei der nächsten Wäsche einfach mitwaschen.

4. Vermeide Getränke in Plastikflaschen und Tetrapacks – Trinke Leitungswasser!

Leitungswasser ist das in Deutschland am besten und strengsten kontrollierte Lebensmittel. Mineralwasser ist schlechter kontrolliert und kann Rückstände von Pestiziden enthalten, da es nicht gefiltert werden darf! Seit den 50-er Jahren wurden keine Bleirohre mehr verbaut. Hauseigentümer mussten bis zum 1.12.2013 alle Bleirohre austauschen. Warum wir solche Scheu vor Leitungswasser haben, obwohl wir bedenkenlos damit unsere Lebensmittel abwaschen und damit kochen? Weil es so vermarktet wurde! Weiche insgesamt lieber auf Getränke in Glasflaschen aus. Biere am besten lokal und in Flaschen mit Ploppverschlüssen statt Kronkorken kaufen. Hier in Essen kannst du dich bei den Stadtwerken über die genaue Wasseranalyse informieren.

5. Repariere, flicke und wiederverwende Sachen

Es gibt inzwischen in fast jeder Stadt sogenannte Repair-Cafés, wo Laien, die die Sachen nicht selbst reparieren können, Hilfestellung bekommen.

5. Vermeiden Mikroplastik

Eine Plastiktüte löst sich in immer kleinere Stücke auf, verschwindet aber nie ganz. Das übrig bleibende Mikroplastik wird von den Meeresbewohnern fälschlicherweise für Nahrung gehalten und landet so im Magen. 

Leider enthalten auch immer noch viele Kosmetika und Pflegeprodukte umweltschädliche Kunststoffe. Viele Peelings nutzen sogar kleine Plastikkügelchen, die als Mikroplastik im Meer enden. Achte also beim Kauf auf die Inhaltsstoffe. Einen super guten und ausführlichen Beitrag, um deinen Alltag ohne Plastik zu gestalten, findest du hier.

6. QUALITÄT STATT QUANTITÄT – tausche Wegwerfware gegen Wiederverwendbares

Wir sind auf Schnäppchen konditioniert. Krimskrams für kleines Geld kaufen wir uns ohne viel zu überlegen. Aber gerade diese Sachen sind fast immer zu unmenschlichen Bedingungen, unter Verwendung von Ressourcen aus fragwürdigen Quellen und unter Einsatz vieler Schadstoffe produziert worden.

7. Upcycling – Mach‘ Neues aus Altem.

Wiederverwertung ist in. Alles kann man noch einmal gebrauchen und Altes kann im neuen Licht erstrahlen. Ausgedientes wird zu originellen Readymades aufgewertet und macht nicht nur in Sachen Stil sondern auch im ökologischen Sinn Eindruck. Gebrauchsgegenstände, Papier und Kleidung kann sich durch kleine Verschönerungen nachhaltig verändern oder in einer neuen Form eine völlig neue Verwendung finden. Tolle und kreative Upcycling-Ideen findest du hier– aus Alt mach Neu!

Der letzte Punkt ist für mich von besonderer Bedeutung und hat eigentlich einen eigenen Blogbeitrag verdient.

8. Kaufe nachhaltige Kosmetikartikel

Die Beauty Industrie ist riesig, dabei kommt eine Menge an Verpackungsmüll zusammen. Jedes Jahr wandern Millionen Flaschen in den Müll. Eine große Belastung für die Umwelt. Gleichzeitig geht der Trend, ähnlich wie in der Fast-Fashion, zu ständig neuen Produktlinien, Formulierungen, Neuauflagen und Verpackungen. So steigen die Kundenerwartungen und dementsprechend auch das ständigen Versuchen der Unternehmen, immer aufregendere Produkte auf den Markt zu bringen.

Eine lupenreine nachhaltige Verpackung gibt es derzeit nicht, zumindest keine, die den unterschiedlichen Produktanforderungen gerecht wird. Bio-Inhaltsstoffe müssen geschützt und sicher verpackt werden, wofür es über alle Produktkategorien hinweg noch keine eindeutige Lösung gibt. Es wird recycelt, mit bio-basierten Kunststoffen und Papier gearbeitet, doch die beste Wahl wird weiterhin die Mehrweg-Lösung sein. Ich persönlich sehe in Refill-Stationen die Zukunft. Die Verpackung ist jedoch nur ein Faktor der Ökobilanz eines Produkts, denn die Produktion und die Qualität der Inhaltsstoffe spielt eine wichtige Rolle, weshalb ich weiterhin für Bio-Produkte, Naturkosmetik und natürlich das Buy-Less-Prinzip bin.

“Buy Less. Choose Well. Make it Last”

Vivienne Westwood

 Utopia empfiehlt, entweder ausschließlich auf NatrueBDIHEcocert oder Demeter zertifizierte Naturkosmetik zu setzen, oder auf folgende Inhaltsstoffe zu verzichten:
Acrylate Copolymer (AC)
Acrylate Crosspolymer (ACS)
Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
Polyacrylate (PA)
Polymethylmethacrylate (PMMA)
Polyethylene (PE)
Polyethylenterephthalate (PET)
Polypropylene (PP)
Polyquaternium (PQ)
Polystyrene (PS)
Polyurethane (PUR)

MEHRWEG-ALTERNATIVEN

Innovation: Bio-Kunststoff (?)

Bio-Kunststoff wird aus organischen Rohstoffen wie Zucker oder Mais hergestellt. Klingt vielversprechend, doch auch hier bewegen wir uns in einem sehr komplexen Bereich. Das Bundesumweltamt erklärt zum Beispiel, das bio-basierte Kunststoffe längst noch nicht umweltfreundlicher sind als herkömmliche Kunststoffe. In einem FAQ zu diesem Thema erklärt das Bundesumweltamt detailliert, dass die Umweltauswirkungen sich nicht wesentlich verbessern, wenn die Rohstoffe biobasiert sind statt fossilbasiert. Der ökologische Fußabdruck verschiebt sich eher, da der erhöhte Flächenbedarf, die Überdüngung des Bodens beim Anbau und die Schwierigkeiten beim Recycling eine immense Rolle spielen. Außerdem ist nicht jeder Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen biologisch abbaubar und nicht alle biologisch abbaubaren Kunststoffe sind aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Wie ihr seht, ein komplexes Thema. Alle Details vom Umweltbundesamt findet ihr hier.

Vorbildlich: Zero-waste

Schweden stellt die Weichen für eine Zukunft mit weniger Müll und weniger Umweltbelastungen. Der Müll wird in Energie umgewandelt. Diesen Trend der Zukunft kannst du hier weiterlesen.

Auch interessant die Zero-waste-Stadt San Francisco.

Was ist „Recology“? – SINNvoll!

Total cool finde ich, dass es schon sooo viele geniale Möglichkeiten gibt, diese könnt ihr euch auf Netflix im Film 2040 angucken. Viel Spaß.

Mehr zum meinem Beitrag zum Umweltschutz, kannst du hier lesen.

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20. Dezember 2020